(Castrop-Rauxel 54/2020) Nach der kritischen Berichterstattung der WAZ über eine Beerdigung mit 500 Personen, bei der die kompletten Corona-Vorgaben missachtet und danach zwei Mehrfamilienhäuser in Quarantäne versetzt werden mussten, hakt die UBP Castrop-Rauxel nach interner Rücksprache mit dem Kreisverband sowie der Kreistagsfraktion auch in einen Fragenkatalog an die Polizeipräsidentin des Kreises Recklinghausen, Frau Friederike Zurhausen, nach, welchen wir als Anhang beifügen.

Es kann aus Sicht der UBP nicht sein, dass beschlossene Ordnungsmaßnahmen nicht durchgesetzt werden, insbesondere wenn hiermit eine Gefährdung nicht nur der Anwesenden selber, sondern auch der Öffentlichkeit einhergeht. Nicht zuletzt ist ein Zusammenhang mit der Unter-Quarantäne-Stellung zweier Wohnhäuser in Castrop-Rauxel nicht unwahrscheinlich. Daher stehen die Geschehnisse des 23.4.2020 in krassem Widerspruch zu den Aussagen des zuständigen Innenminister Herbert Reul, der vollmundig angekündigt hat, Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen genauso hart zu ahnden wie die Clan-Kriminalität. Dies ist hier offensichtlich nicht geschehen.

Zudem darf keinesfalls mit zweierlei Maß gemessen werden, nicht nur wir sehen hier eine faktische Ungleichbehandlung, wenn bei kleineren Personengruppen Verstöße geahndet und mit Strafgeldern versehen werden, ein sowohl qualitativ als auch quantitativ massives Fehlverhalten Anderer aber ungeahndet bleibt. Wenn hier auch nur der Eindruck erweckt wird, es könnte einen „Migranten-Bonus“ geben ist dies Gift für die weitere Akzeptanz der „Corona-Regeln“ aber auch den gesellschaftlichen Frieden.

Anfrage: Polizeieinsatz am 23.04.2020 auf dem Friedhof in Castrop-Rauxel Merklinde (PDF-Datei)