(UBP 59/2020) Die UBP ist entsetzt über die aktuellen Informationen zu den Zuständen in der Fleischverarbeitung der Firma Westfleisch im Kreis Recklinghausen/Oer-Erkenschwick. Die Corona-Krise macht in diesen Tagen deutlich wie unmenschlich die Zustände in den Schlachtbetrieben vor Ort sind. Die UBP fordert Konsequenzen aus dem Sachverhalt:

  1. Wir erwarten in einem ersten Schritt, dass zunächst alles daran gesetzt wird, die mit Corona infizierten Personen ärztlich zu betreuen, in häusliche Quarantäne zu versetzen und dafür Sorge zu tragen, dass Hygienemaßnahmen ergriffen werden, die es den verbleibenden/gesunden Mitarbeitern ermöglichen, ihrer Arbeit verantwortungsvoll nachzugehen.
  2. Wir erwarten darüber hinaus von der Firma Westfleisch, dass Infektionswege und Lieferketten klar dokumentiert und nachvollziehbar belegbar sind, so dass eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindert werden kann.
  3. Die UBP ist entsetzt über die Geschäftspraktiken der Fleischfabrikanten! Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass Mindestlöhne über Subunternehmer im Ausland untergraben werden und Arbeitskräfte aus Osteuropa nach Deutschland gebracht und in Sammelunterkünften zusammengepfercht werden.
  4. Wir kritisieren in diesem Zusammenhang aber auch die Gewerkschaft NGG, die in diesen Tagen oben genannten Zustände zurecht kritisiert, über Jahre hinweg aber die Öffentlichkeit nur unzureichend informiert hat. „Wenn in Deutschland offenkundig Gesetze umschifft werden dann mag das rechtlich durch geschickte Winkelzüge gelingen. Als UBP erwarten wir aber von einer Gewerkschaft, dass man die Öffentlichkeit offensiv über Missstände informiert und im Sinne der Arbeitnehmer vor Ort handelt.“ Es gibt aus unserer Sicht auch eine moralische Verantwortung.

Fakt ist für uns als UBP, dass wir die Umstände wie die Fleischverarbeitung im Kreis Recklinghausen aktuell zu laufen scheint, nicht hinnehmbar ist.

Sollten sich die Gesamtumstände in der Fleischverarbeitung nicht deutlich verbessern, sollte auch über einen Boykott nachgedacht werden!

Natürlich ist uns bewusst, dass an der Firma Westfleisch Arbeitsplätze und Gewerbesteuern hängen. Es muss aber im Interesse des Unternehmens sein, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die menschenwürdig und mit der deutschen Gesetzgebung konform sind. Die UBP-Kreistagsfraktion wird sich der Thematik ebenfalls annehmen und beantragen, dass der Sachverhalt Inhalt der nächstes Kreistagssitzung wird.